3D ist tot? Stern.de Bericht übertreibt und hat Fehler

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In der 3D Gemeinde sorgt ein aktueller Stern.de Bericht für Aufregung. Stern.de  behauptet schon in der Überschrift: „3D-Fernseher sind endgültig tot“ und begründet dies unter anderem mit der Entscheidung von zwei großen TV-Herstellern: „Nun ziehen Samsung und LG still und heimlich den Stecker …“. Aber so ganz ehrlich und gut ist der Artikel dann doch nicht geschrieben.

So behauptet der Redakteur: „Zum einen ist die Auswahl an erstklassigen 3D-Filmen nach wie vor mau, zudem benötigte man für die Wiedergabe spezielle, meist teure Abspielgeräte“. Mittlerweile gibt es eine ordentliche Anzahl von guten 3D Titeln (Gravity, Avatar, Mad Max, Jurrasic World, Transformers, …). 3D Blu Ray Player können seit vielen Jahren ab 60 Euro aufwärts in allen üblichen Elektrogeschäften gekauft werden. Die beiden Argumente fallen daher schon mal weg.

„LG wird die Zahl an 3D-fähgen Fernsehern halbieren, fortan soll die Technik nur noch in Premiummodellen stecken. Samsung soll in seinen neuen Produkten sogar ganz auf die Technik verzichten. Angeblich habe Samsung von seinen Zulieferern keine einzige 3D-Brille mehr geordert, berichtet die Seite, dabei sind diese für dreidimensionale Filme zwingend nötig.“

Schaut man sich diesen Abschnitt genauer an, stellt man fest, dass die Mittel- und Premiumfernseher von LG weiterhin mit 3D Technik ausgestattet werden. Seien wir mal ehrlich, auf einem kleinen Fernseher lohnt sich 3D auch nicht wirklich. Und Samsung SOLL seine 3D Technik einstellen, hier kann der Redakteur, und die Quelle auf die er verweist, nur eine Behauptung aufstellen. Selbst wenn Samsung sich zu diesem Schritt durchringt, ganz wird die Produktion in der Branche nicht eingestellt. Wäre 3D tot, also richtig tot, würde man in allen Bereichen die Produktion einstellen. Tut man aber nicht, und von Videobeamern war noch gar nicht die Rede.

Beim Thema 3D Brillen sieht es änlich aus! Samsung SOLL keine 3D Brillen mehr produzieren lassen. Wie zuvor weiß man es nicht genau, doch das ist eher Nebensache. Fakt ist, dass Konsumenten sehr schnell sich nach Alternativen bei 3D Brillen umsehen. Egal ob TV oder Beamer, die meisten kaufen 3D Brillen, die nicht vom TV-Hersteller stammen. Zum einen liegt das an den Preisen, zum anderen auch teilweise an der Qualität der Brillen.

Fairerweise muss man aber sagen, dass der Stern.de Redakteur nicht das Ende von 3D voraussagt, sondern die Tatsache, dass die Auswahl bei 3D Fernsehern geringer werden wird.

Etwas, was der Artikel nicht erwähnt, sind die Videobeamer, die noch immer mit 3D Funktion hergestellt werden. Schaut man sich nun die ersten Beamer mit der neuen, teuren 4K Technik an, so stellt man fest, das Sony wie auch JVC ihre 4k Beamer mit 3D Feature ausliefern. Auch die kommenden Ultra-HD Blu Ray Player werden alle mit 3D Abspielfunktion im Laufe des Jahres in den Handel kommen.

Dass China gerade dabei ist, 3D Filmen einen gigantischen Schub durch Erfolge an den Kinokassen zu bereiten, wird in dem Stern.de Artikel nicht erwähnt. Und so ganz passt das Bild auch nicht zusammen, wenn der Redakteur anschließend schreibt, dass 3D im Kino selbstverständlich überleben wird. Und dann sollen die Hollywoodfirmen auf die Endverwertung durch 3D Blu Rays verzichten, obwohl es dafür einen Markt gibt?

Weit differenzierter berichtet dagegen AreaDVD über die Gerüchte um Samsung und LG. Zwar wird behauptet, dass nicht alle 3D Kinofilme auf 3D Blu Ray erscheinen würden, aber das kann sich nur auf den amerikanischen Markt und der dortigen Blu Ray Politik von Disney beziehen, sonst erscheinen „überall“ alle 3D Filme auf 3D Blu Rays. Der Artikel ist viel neutraler und informativer. So wird dort die interessante Vermutung angestellt, dass Samsung mit dem Bestellungsstop von 3D Brillen einen Wechsel zu passiven 3D Brillen und Fernsehern vollziehen könnte …

Als 3D Fan kann ich Sprüche a la „3D ist tot“ nicht mehr hören. Das kriegt man von der Presse seit 6 Jahren schon zu hören und noch immer lebt 3D.

Und wenn 3D tot sein soll, dann ist 4K auch tot. Trotz des HD-Zeitalters werden etwas mehr als die Hälfte aller Filme und Serien noch immer auf DVD verkauft! Wenn die meisten Konsumenten selbst heute noch sich für DVDs entscheiden und nicht für die Blu Rays, wie soll sich dann die Ultra-Blu Ray für 4K Fernseher durchsetzen, vor allem bei Preisen von ca. 40 Euro pro Stück??? Nach dieser Logik wäre 4K tot und ohne jede Chance, was falsch wäre.

Und zu guter Letzt noch die Tatsache, dass die Firmen in Asien unter Hochdruck an Fernsehern arbeiten, die 3D ohne Brillen ermöglichen. Die Technik existiert bereits, es gibt nur ein großes Problem – die Technik zu günstigen Preisen in der Massenproduktion herstellen zu können (einen Anfang hat Ultra-D jetzt gemacht).

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