slide

Test: Everest 3D Blu Ray

von  |   |  0 Kommentare

Die „Everest 3D Blu Ray“ ist der erste große 3D Hollywood Film in diesem Jahr. Somit läutet ein Bergsteigerdrama die neue Saison ein. Ich würde solch einen Film eigentlich nicht anschauen, aber durch die Stereoskopie sieht so etwas sofort anders aus. Durch den Ort der Handlung kann man von vornherein davon ausgehen, dass hier gute 3D Werte erreicht werden oder besser gesagt erreicht werden sollten. Im Vorfeld hatte ich bei einer Facebook Gruppe gelesen, dass es keine Pop Outs geben soll. Die deutsche Dolby Atmos Tonspur (3D Sound) macht die Produktion noch einmal einen Tacken interessanter.

Die Story: Der Mount Everest – ein Mythos und gleichzeitig eines der größten Abenteuer dieses Planeten. Für die Teilnehmer zweier Expeditionen ist er die Herausforderung ihres Lebens. Als die beiden Gruppen der erfahrenen Bergsteiger Scott Fischer (Jake Gyllenhaal) und Rob Hall (Jason Clarke) die Gipfelerstürmung in Angriff nehmen, gerät diese zu einem dramatischen Kampf ums Überleben. Denn selbst die beste Vorbereitung und das härteste Training ist keine Garantie, wenn plötzlich das Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt.

Mit seichter Musik beginnt der Film direkt beim Aufstieg zum Everest. Man überblickt das Camp, gelbe Zelte stehen im Schnee und das Team macht sich bereit für den Aufstieg. Von genau solch einer 3D Qualität hatte ich geträumt. Man sieht die Gruppe von Bergsteigern, wie sie, gesichert durch ein Seil, sich an einer schrägen Wand hinaufkämpft. Allein diese Erföffnungsszene sprengt meine Erwartungen an die Stereoskopie. Die vordere Person scheint sich fast, mit dem Kopf voran, in das Wohnzimmer zu drücken, hinter ihr ziehen sich die anderen nach oben. Das räumliche Gefühl ist richtig gut, die Helligkeit des Bildes durch das Tageslicht und das Eis ist klasse für das 3D Feeling. Man kann sofort instinktiv abschätzen, wie schräg und schwierig der Aufstieg für die  Gruppe sein muss. Ein Cut –  die Kamera fliegt mit großem Abstand über die Gruppe hinweg und schwenkt zum Gipfel hinauf. Woooow, das verschlägt einem fast schon die Sprache, so gigantisch und imposant erscheint einem der Everest durch das räumliche Feeling. Ich darf kurz daran erinnern, dass ich gerade mal über die ersten drei Kameraeinstellungen des Films spreche.

Everest-3D-Blu-Ray-Test-Jake Gyllenhaal

Der anschließende Cut zeigt die Vorbereitungen und den Abflug der einzelnen Bergsteiger. Auch hier ist die Tiefe des Bildes gut, aber so richtig Laune bekommt man erst, wenn alle Teilnehmer sich daran machen den Weg zum Berg zu nehmen. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen mit Bäumen und  Felsformationen. Was für ein 3D Erlebnis einen erwartet, zeigen immer wieder die tollen Kamerapositionen. So fliegt der Blick über eine Hängebrücke, während die Bergsteiger diese überqueren. Es gibt keine Dramatik, nichts passiert, aber das räumliche Gefühl bringt das eigene Blut in Wallung. Mehr davon, bitte, mehr …. . Noch besser wird es, wenn die Teams den Berg besteigen und Schritt für Schritt vom Basislager aus zum nächsten Camp im Berg vordringen. Mit geschickten Perspektiven bekommt man immer wieder ein atemberaubendes Gefühl für die Höhe und die steilen Hänge des Berges. Auf der einen Seite die Bergsteiger und Zentimeter daneben geht es hunderte Meter steil in die Tiefe. Was für Aufnahmen! Der Film kommt bei der 3D Tiefe trotz der Nachkonvertierung fast an Referenzwerte  heran. Man möchte immer  noch mehr spektakuläre Aufnahmen vom Everest in 3D sehen, und bekommt sie!

Dass ein Bergsteigerdrama nicht unbedingt viele Gelegenheiten bieten wird, bei denen der Einsatz von Pop Outs / Pop Ups  sinnvoll ist, versteht sich von selbst. Und im Internet hatte ich ja auch schon gelesen, dass keine Gegenstände aus der Leinwand/TV herausragen würden. Doch sofort in der ersten Szene mit der Bergsteigergruppe scheint es, als würde sich die vorderste Person aus der Leinwand herausziehen. Ein Seil, das herabhängt und an dem sich die Truppe hochzieht, scheint ein Stück weit aus der Leinwand zu ragen. Die beiden Effekte sind minimal, aber nett. Als dann das Heck des Hubschraubers zu ca. 1/3 herausragt, ist klar, es gibt eine handvoll wahrnehmbare Pop Outs. In einer anderen Szene flattert ganz klar eine Leine weit in das heimische Wohnzimmer hinein. Das Band ist im Gegensatz zu der Eröffnungsszene deutlich länger. Die besten Pop Outs werden durch Schnee erzeugt!!! Unten in der Box gibt es für diese Kategorie den Punkt „3D Pop Ups (Schnee, Regen)“, für eben Staub, Sand oder Schnee, die aus dem Fernseher herauskommen und im Wohnzimmer umherwirbeln. Normalerweise macht dieser Punkt bei der Bewertung nicht viel aus, nur große und deutliche Pop Outs haben spürbaren Einfluss auf die Schulnote. Dieses Mal ist das anders. Es ist unglaublich, wie packend das Drama mit dem Schnee in den „eigenen vier Wänden“ ist, wie hautnah man die Kälte und den Kampf am Everest spüren kann. Eine tolle Leistung des Produktionsteams – das Pop Out Schnee ist super gelungen, egal ob auf dem Fernseher oder durch den Videobeamer.

Everest-3D-Blu-Ray-test-cap

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten sorgt die gute Arbeit der Konvertierung zusammen mit dem hellen Bild für ein richtig gutes 3D Feeling. Wer mit einem Drama und Bergsteigen etwas anfangen kann, MUSS unbedingt die 3D Blu Ray kaufen. Wie man hierbei zu einer 2D Blu Ray greifen kann, verstehe ich einfach nicht. Oder anders ausgedrückt: 2D Version sieht aus wie eine Dokumentation, das 3D ist wie ein packender Film. Eigentlich würde ich den Film auch jedem 3D Fan sehr ans Herz legen, aber ein Drama mit Toten, das auch noch so gut umgesetzt und in Szene gesetzt wurde, ist eben nicht die Sorte von Popcornkino, die viele gewohnt sind. Ansonsten – zuschlagen. Welch tolle Aufnahmen! Was für ein 3D!

 

Spielfilmlaufzeit: 121 Minuten

Erscheinungstermin: 28. Januar 2016

3D Bewertung und Infos
3D Kameras (in 3D gefilmt?)

3D Fehler (Ghosting, etc.)

3D Pop Ups (Schnee, Regen, etc.)

3D Pop Ups (deutliche Pop Ups)

3D Schrecksekunde

3D Räumliche Tiefe

3D Pop Ups

 

3D Fazit

– nein

– nein

– ja

– ja

– nein

– gut

– befriedigend / gut

 

– gut

 

Videotest vom Kinomagazine SPÄTVORSTELLUNG:

Schlagwörter:

Teile diese Nachricht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.